Identitätsmerkmal evangelischer Kirche: Die Predigt

Shownotes

Julian und Markus verraten ihre Predigtzaubertricks und sprechen darüber, warum die Predigt gerade für den evangelischen Gottesdienst so wichtig ist.

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00:00:04: Evangelisch

00:00:04: geht ja noch mit Julian

00:00:08: Scharpf und Markus Eckhardt.

00:00:13: Herzlich willkommen, Julian!

00:00:15: Hallo Markus, schön dich zu sehen, schön Dich zu hören nach einer kleinen Sommerpause.

00:00:21: Genau, nach einer kleine Sommerpause

00:00:23: bzw.,

00:00:25: nachdem wir uns ja im Sommer kurz mal gesehen und gehört haben

00:00:30: Aber nicht wie vor, was war das für zwei oder drei Jahren als wir uns auch mal tatsächlich am Gardasee gesehen hatten?

00:00:36: Diesmal nur online.

00:00:38: Stimmt!

00:00:39: Das war toll.

00:00:40: Ich kann mich noch an diese Fahrradfahrt dahin erinnern... Hast

00:00:44: du dich

00:00:45: nicht

00:00:45: verfahren?

00:00:46: Nein, Verfahren habe ich mich nicht.

00:00:50: Nein Verfahren hab' ich mich aber ich bin eine Strecke gefahren die war relativ mörderisch mit vielen hoch und runter.

00:01:00: Und zum Schluss habe ich gemerkt, dass es durchaus sinnig ist am Gardasee immer diese eine höhere Straße.

00:01:08: Diese Umgehungsstraße da auch mit dem Fahrrad zu fahren weil sonst geht's da echt immer hort und runter und das is echt anstrengend!

00:01:16: Wir waren dann aber in einem netten Straßencafé so irgendwie Apparul Spritz für vier Fünfzig mit Oliven und Chips dazu uns sogar.

00:01:24: Das war ne schöne Sache ja.

00:01:26: Ja genau So, du hattest jetzt auch Urlaub?

00:01:30: Wir waren an der Nordsee.

00:01:32: Oh cool!

00:01:33: Ja ich bin total begeistert.

00:01:36: Ich erzähle gerade allen dass ich Grunde nur noch dorthin will.

00:01:41: Ja muss doch meine Familie davon überzeugen.

00:01:43: also Wetter war durchaus auch wechselhaft aber selbst wenn es regnet das ist ja wieder schnell weg und ich mag diese.

00:01:51: Ich mag den Blick aufs Meer und den Wind.

00:01:53: Und dann die Sonne, den Sand strandbar und im Meer schwimmen... Also ich fand es richtig schön!

00:02:01: Bin ganz begeistert.

00:02:03: Also Nordsee ist ja auch groß?

00:02:04: Wo wart ihr denn?

00:02:05: Im südlichen Teil der Niederlande.

00:02:08: Man ist da relativ nah an Belgien dran.

00:02:10: Das heißt man kann auch auslügen in wunderschöne Städte wie Brücke, Gent entwerpen machen.

00:02:18: Von uns aus von Ulmaus gesehen mit Nächste Möglichkeit, an der Nordsee zu sein von der Fahrtzeit her.

00:02:27: Ich bin ganz begeistert und ihr wart am Gardasee?

00:02:30: Ja wir waren natürlich wieder im Gardaseee, genau habe ich ja auch erzählt.

00:02:34: Ich mag dieses... ich bin ja Fan davon das würde ich auch gerne haben so dieses kontinuierliche dass man jedes Jahr sich schon darauf einstellen kann an denselben Ort zu gehen.

00:02:42: Ich treffte aber auf Vorbehalte innerfamilie, inner-familiäre Vorbehalt.

00:02:51: muss man irgendwie dann austarieren und

00:02:56: so kann man sagen, aber jetzt geht es wieder zurück.

00:03:00: Du bist schon wie ein Dienst bei mir gehst noch los und dann beginnen auch wieder Gottesdienste, dann beginnen Predigt-Vorbereitung.

00:03:11: Die Sommer-Predigtreihe sind jetzt bald durch, meistens nach den

00:03:16: Sonnengrenzen.

00:03:16: Ja die sind bei uns so...

00:03:17: Ihr hattet ja, ihr hattete Sommapredigtreie, welches Thema war es noch?

00:03:21: Schöne Aussichten!

00:03:24: Ausrufezeichen und darunter ganz unterschiedliche Blickwinkel irgendwie von Offenbarung.

00:03:31: das Beste kommt zum Schluss bis ich hatte Psymoneinzwanzig auf zu den Bergen auszuzeichnen.

00:03:39: Ja, und jetzt gehen wir wieder zurück in die normale Perikopenreihe.

00:03:49: Genau!

00:03:49: Also ich hatte auch eine Predigt-Reihe – also wie hier in Fehrbach hat man eine Predigetreihe mit Dichterglaube hieß das?

00:03:58: Und es ging um Lyrika, um Dichtern, die sich mit Glauben beschäftigt haben oder wo wir deren Gedichte irgendwie in unsere Predigt verarbeitet haben.

00:04:11: Und

00:04:13: das war sehr spannend, fand ich.

00:04:16: und es ist aber sozusagen ein Projekt innerhalb des Jahres und du hast es schon angedeutet bei uns in der Kirche gibt es eine sogenannte Perikopenordnung.

00:04:29: also uns wird nicht befohlen empfohlen, dass wir das Kirchenjahr oder innerhalb des Kirchenjas

00:04:43: auch

00:04:43: die Texte predigen, die an dem jeweiligen Sonntag gewissermaßen dran sind.

00:04:51: Und wir sind ja jetzt in der Trinitatiszeit also nachdem drei Einigkeitsfestes ist es der Sonntagnacht Pfingsten bis im Grunde kurz nach Erntedank.

00:05:05: Man sagt auch festlose Zeit, was nicht ganz stimmt.

00:05:07: Weil es gibt da genug Feste in dieser Zeit.

00:05:10: Aber der Sonntag wird nur noch durchgezählt.

00:05:15: Der erste bis, ich glaube, vierundzwanzigste Sonntage.

00:05:20: Siebenvierzigste Sondagen nach Trinitat?

00:05:22: Genau!

00:05:25: Ja aber die haben durchaus wieder ihren Schwerpunkt.

00:05:29: Jetzt am Sonntag war ich wieder mit meinen Schokos, also meinen schonkonformierten war ich Wandern.

00:05:36: Und da waren wir in den Alpen und ich habe eine Bergpredigt gehalten und da hab' ich mich dann passte irgendwie ganz gut.

00:05:45: an dem Sonntags ging's um Dankbarkeit.

00:05:48: Und... Dann habe ich dieses Thema genommen!

00:05:52: Also die erste Frage glaube ich für jeden Prediger und jede Predigerin Nämlich die Perikopenreihe, nehme ich den Text der sozusagen an dem Sonntag dran ist oder nicht.

00:06:00: Julian wie machst du's?

00:06:02: Ich nehm ihn eigentlich immer.

00:06:04: also es gibt ganz wenige Ausnahmen bei denen ich mich nicht daran halten würde.

00:06:13: Ich muss gerade überlegen wann ich zum letzten mal davon abgewichen bin.

00:06:19: Ich komme gar gar nicht.

00:06:19: Ich meine das bei speziellen Anlässen wir irgendwie Schulgottesdienst oder so zu sagen bei was ich Kindergarten erinnert, guck ich nicht war es am letzten Sonntag sozusagen vorgegeben war.

00:06:32: Ich halte mich in der Regel dran weil ich das wichtig finde.

00:06:36: also ich find den Gedanken schön dass überall in Deutschland in der Regel jetzt zeitgleich über ähnlich über denselben Text gepredigt wird so ein bisschen ähnliche Gedanke wie beim Wochenlied.

00:06:46: Das freut mich.

00:06:47: selbst wenn ich die anderen nicht höre weiß ich dass wir mit ähnlichen Gedanken vielleicht beschäftigt sind Und ich glaube, dass auch eine gute Herausforderung und gute Challenge an mich als Prediger ist.

00:06:58: Eben nicht etwas mir nicht Genehmes am Bibeltext einfach wegzulassen sondern das Ich versuche einen Umgang damit zu finden vielleicht auch mich darin reibe Wobei ich auch blöd finde wenn man als Predige dann immer den Text so problematisiert und dreimal sagt wie schwierig der eigentlich ist.

00:07:14: Das finde ich auch nicht hilfreich.

00:07:17: Aber ja genau.

00:07:18: aber ich lasse mich davon gern im besten Sinne herausfordern.

00:07:24: und Glas gibt Momente, wo man mal vor dem weißen Blatt Papier ist oder auf dem Computer.

00:07:29: Und irgendwie noch keinen Bezug dazu finden.

00:07:31: aber am Ende kommt ja immer eine Predigt!

00:07:34: Das finde ich für mich auch als Theologische Arbeit wichtig.

00:07:39: Ich merke bin leider ganz anders als ich mir vorgestellt hatte weil Student davon überzeugt wie dass sich zu den Fahren gehör die auch theologische Literatur und Aussätze lesen und da dran bleiben am Diskurs.

00:07:51: Ich empfinde es als riesen Manko, dass es nicht so geworden ist.

00:07:56: Und zumindest diese Zeit muss ich mir einräumen und möchte mich mit dem biblischen Text in der Predigtvorbereitung einräumt, sorgfältig auseinanderzusetzen.

00:08:05: Das für meine geistliche Arbeit auch extrem wichtig!

00:08:09: Wie geht denn bei dir die Arbeit an einer Predigt los?

00:08:13: Also rein technisch spätestens am Montag vor dem Gottesdienst fängt das an, den Predigtext einmal zur Kenntnis nehme und überhaupt mir Gedanken mache über den gesamten Gottesdienst.

00:08:28: Es sind ja auch technische Dinge vorher zu klären, vor allem was die Lieder angeht.

00:08:32: Die Organistin der Organist der braucht ja hier Informationen und die will ich ihm auch gerne bis so Mittwoch irgendwie geben.

00:08:41: und dann naja man geht in Anführungszeichen mit dem Text dann ein bisschen schwanger die Woche über mit dem Schwanger gehen.

00:08:51: Es ist dann auch manchmal ein bisschen schwierig, weil man hat so viele andere Sachen zwischendurch.

00:08:57: aber letztendlich hat man sich schon mal Gedanken gemacht ah okay es kommt dieser Text dran das sollte mir noch irgendwas zu einfallen beziehungsweise der Herr sollte mir doch irgendetwas dazu schenken und da geht's richtig los am Wochenende.

00:09:15: Echt erst?

00:09:19: Ja

00:09:20: also Also es ist ja auch klasse, es gibt viele die sagen am einen Grunde schreibe ich am Samstagabend.

00:09:25: Ich kann das gar nicht da kriege ich die Krise, krieg' ich die Vollkrise!

00:09:28: Also mein Ding ist ja immer... also ich bereite vieles vor so dass der Gottesdienst

00:09:36: so steht.

00:09:36: So wie er stattfinden kann?

00:09:38: Ja genau, dass alle auch wissen und während der ganzen Woche mal die eine Information dann hat sich das eine Gebet geklärt und was weiß ich.

00:09:50: Aber die große Konzentration kommt bei mir Sonntag morgens um halb sechs.

00:09:56: Nein, wirklich!

00:09:57: Ach was?

00:09:59: Also das habe ich tatsächlich in langen Jahren und auch lange Jahren des Leidens habe ich das irgendwann für mich gelernt dass es gar keinen Sinn hat für mich eine Predigt irgendwie zu versuchen, am Samstag irgendwie fertigzuhaben.

00:10:18: Ich hab das jahrelang versucht was dazu geführt hat dass ich samstagnachts um drei irgendwie noch da saß und irgendwas gemacht habe bis mir irgendwann aufgegangen ist es sich einfach anders arbeiten und ich arbeite halt nur unter Druck und der Druck ist Sonntagmorgens da ja und dann geht's los.

00:10:41: Und inzwischen habe ich schon auch andere Kolleginnen und Kollegen kennengelernt, die das endlich halten.

00:10:47: Also insofern... Ich bin nicht ganz allein!

00:10:49: Ja, aber

00:10:50: es

00:10:50: gibt auch andere...

00:10:52: Ich wollte jetzt hier alles... Ich glaube, wenn ich so freaky darstellt, nur weil ich so erstaunt bin,... ...ich merke nur dass für mich wäre es ganz schwer.

00:11:02: Bei mir ist es so, dass ich auch in der Regel Montags zum ersten Mal den Predigtext anschaue Und hier am Münster ist so ein bisschen eine Kultur, dass man relativ früh die Gottesdienste schon verschickt.

00:11:15: Das heißt so Montag Dienstag wird in der Regel auch schon die Liturgie an den Organist und Lector und Mesner und die Kollegen verschickt Und ich lieb das ja.

00:11:30: Das finde ich der schönsten Arbeit, so ein Gottesdienst zu komponieren, zu legen welche Lieder, welche Gebete welches Stück, das finde ich mit einer der wichtigsten und freudepringendsten Aufgaben.

00:11:44: Dann steht der Gottesdienste was das angeht und dann gehe ich auch wie du es beschreibst mir diesen Text Schwanger.

00:11:51: mein Auspruchsfahrer Albrecht Konrad hat mir das sehr nahe gelegt und er hat gemeint durch die Begegnungen in der Woche Besuche, Trauergespräch durch all das was man erlebt verändert sich auch der Zugang zu dem Text.

00:12:06: Auch wenn man es unter anderem mit den Augen der Menschen anschaut denen man begegnet.

00:12:11: also kann ich das so was ich am Sonntag so sagen möchte sagen, wenn beispielsweise der traurende Witwo dort sitzen würde.

00:12:22: Also nicht dass es alles dominieren soll.

00:12:24: diese Perspektiven sind ja auch nur eine Annahme wie es dem anderen wohl damit geht.

00:12:28: aber das ein Bereich hat.

00:12:31: wenn man mit diesen Text und sagen Schwang geht Ich mache es dann so.

00:12:35: Die nähere Arbeit beginnt damit, dass ich den Bildtext am Computer rauskopiere aus einer Online-Vorlage mir ein weißes Dokument einsetze die Fährszeichen wegmache und dann den Text als Zeugen erstmal anschauen also ganz blank Und dann überleg was mich daran anspricht erste Gedanken sammeln bisschen Stichwörter dazu sammle.

00:12:59: Und da für mich eine schade.

00:13:00: Früh gab es bei uns um noch die A und B Predigt Meditationen, also hier in Württemberg ein Magazin von Fahrern.

00:13:07: Gibt's immer noch?

00:13:07: Ja, ja wobei nicht mehr online aber auch nicht zu jedem Sonntag, das funktioniert nicht mehr.

00:13:15: Also mal gehts jedenfalls nicht mehr gedruckt.

00:13:16: Dann habe ich dort immer gelesen, dort haben dann andere Kollegen-Kollegen für einen sozusagen eine theologische Vorbereitung auslegen dieses Textes gehabt.

00:13:25: Inzwischen, wo schaue ich denn nicht?

00:13:27: überlegt gerade?

00:13:29: Es gibt... wie heißen das?

00:13:31: Jetzt komme ich grad nicht drauf.

00:13:32: Es gibt eine tolle Internetseite, wo die Texte erklärt werden und auch ein praktisch theologischer Kommentar ist.

00:13:40: Ich steh grad auf dem

00:13:41: Schlafen kommst du?

00:13:41: Bei Bibelwissenschaftsbibliothek

00:13:42: oder...?

00:13:42: Ja genau!

00:13:43: Aber wie heißt es?

00:13:44: Ah, ich komm' gar nicht her.

00:13:45: Also das ist von der Deutschen Bibelgesellschaft ne Seite.

00:13:50: Die ist sehr... guter theologischer Kommentar, exegetischer Kommentare und dann eben auch noch praktisch theologische Implikation.

00:13:59: Ich hab' auch seit Uhrzeiten, habe ich Göttinger predigt mit die Stationen.

00:14:08: Wir sind jetzt so ein bisschen wie einen Zauberer der seinen Trick erklärt.

00:14:11: also das ist ja ein bisschen schade.

00:14:13: aber ich würde mich interessieren was?

00:14:17: Also predig ist ja etwas super evangelisches muss man ja mal sagen, dass die Predigt also die intensive Auseinandersetzung mit einem Bibeltext wurde mehr oder weniger von Luthern vielleicht nicht erfunden aber nach vorne gebracht und von den Reformatoren.

00:14:43: Wir sind vielleicht mit... es gibt diesen Spruch, man darf über alles predigen und nicht über zwanzig Minuten.

00:14:49: Es gibt aber auch andere evangelische Traditionen.

00:14:53: In Freikirchen geht eine Predigt gerne mal ne Stunde oder so, also wir haben es schon irgendwie mit diesem Text den wir da miteinander angucken und versuchen zu durchdenken.

00:15:06: was würdest du sagen?

00:15:07: Was sind predigsten gewesen wo du die irgendwie bei dir noch nachgewirkt

00:15:13: haben?

00:15:14: Also noch zu dem grundsätzlichen.

00:15:16: Natürlich gab auch schon vor der Reformation diese Tradition, der Predigten.

00:15:22: Ich glaube dieses volksprachliche, dieses Zutrauen in die Bibeltexte, dass das im Zentrum steht und dass es evangelium mit den Menschen verkündet wird, dass es verständlich ist.

00:15:34: Dieses Zutrauen in dem biblischen Text, dass er etwas zu unserer Gegenwart existenziell zu sagen hat für uns als Einzelne, für unsere Gemeinschaft.

00:15:45: steht für mich im Zentrum, also diese und auch das Empfinden dass da uns ein Schatz anvertraut wird mit dem wir umgehen dürfen.

00:15:56: Mit dem wir auch vorsichtig umgehen sollten denn in der Predigt ist ja die ist ja gewissermaßen erstmal ein hierarchisches Modell einer spricht und die anderen hören zu.

00:16:07: ich finde es lässt einen sein vorsichtig werden.

00:16:12: lassen sich selbst wie man damit umgeht.

00:16:18: predigten die mich ansprechen.

00:16:21: also ich glaube zuerst mal warum eigentlich predigen?

00:16:23: ich finde predigen so extrem wichtig und predigten hören weil man da gefahr widersteht sich nur sozusagen dem gefühl einer gefühligkeit irgendwie hinzugehen.

00:16:37: Ich finde es gibt wunderschöne Momente in Gottesdiensten durch die Musik, durch Meditationen, Gebet und ähnliches sich dem ganz hin zu geben.

00:16:47: Und ich find aber auch das eben das Denken nicht aufgegeben werden darf und auch das kritische Denken und dass sie predigt eigentlich der Ort ist wo ich den Glauben auch denkerisch irgendwo einholen.

00:17:00: und deshalb finde ich Predigten ansprechend die es zum einen schaffen, der baulich zu sein.

00:17:06: Zum anderen aber auch einen mich zum Nachdenken bringen, einen intellektuellen Anspruch haben.

00:17:13: Das klingt krasser als ich's mein.

00:17:16: Aber die mich eben nicht nur in mir selbst bestätigen sondern auch herausfordern und andererseits doch auch mir zusagen dass sich von Gott geliebt bin das seine Gnade auch mir gilt.

00:17:28: also ja Das ist eben auch relativ evangelisch, wie als evangelische Pfarrer tragen.

00:17:37: Ja bei mir es ist nicht so häufig aber doch auch den Talar das heißt das ist ja ein dieses schwarze Gewand was wir tragen ist ja eigentlich einen gelehrten Gewand.

00:17:49: das haben früher auch die Lehrer und Professoren an der Universität usw.

00:17:54: getragen und das war eine bewusste Entscheidung damals zu sagen ja wir sind eben auch Lehrer.

00:17:59: Ich meine auch im Sacristeigebet bei Luther heißt es auch, dass ich ein Lehrer meiner Gemeinde bin und das ist ein großer Auftrag.

00:18:12: Und wird auch immer wieder kritisiert, dass sozusagen der Pfarrer als der Besserwisser auf der Kanzel besteht und da von Wahrheiten sprich die er jetzt vielleicht erkannt hat die aber jetzt gar nicht dementsprechend was anderen Leuten sozusagen durch den Kopf geht.

00:18:36: Also ich bin der große Fan vom schwarzen Talar, zum einen weil ich finde das ist einfach so ein ganz klares Erkennungszeichen der evangelischen Farbpersonen also dass es so völlig... Also die Leute, aber wenn die Leute in Schwarzen Talasie dann denken sie in der Regel an evangelischer Pfarrer.

00:18:52: Das finde ich gut!

00:18:53: Ich finde auch diese Verbindung zum Gelehrtengewand wichtig denn evangelisch gedacht muss man sagen dass wir zum einen davon ausgehen das die Schrift an sich eine Klarheit besitzt so dass ihr zugänglich ist Und zugleich sind wir dessen uns bewusst, dass auch die Schrift der Auslegenbedarf wofür eben bestimmte Leute in Gemeinden ausgebildet werden an Universitäten von Gemeinden dann berufen werden um das Wort auszulegen.

00:19:25: Um das eben auch anzuzeigen, dass es eine gelernte Funktion ist finde ich diese Verbindung zwischen Kanzel und Katheter eigentlich ganz stimmig weil's anzeigt Wodurch wir sozusagen auch zu diese Berufung bereit sind, eben durch eine spezielle Ausbildung die wir erlebt haben.

00:19:45: Diese Ausbildung finde ich extrem wichtig und finde ich gut.

00:19:51: Ich weiß gar nicht was oder mein Gedanke ist gerade klar kann man das kritisieren sagen da spielt sich jemand auf und legt allein die Schrift aus.

00:20:03: Programme sozusagen die Bibliologe oder Bibelteilen oder ähnliches, wo das viel in Anführungsstichen demokratischer gehandhabt wird.

00:20:12: Ich glaube aber ehrlich gesagt wir Fahrerinnen und Fahrer zumindest im Volkskrieg sind doch nicht mehr in so einer Machtposition egal ob in der Gesellschaft oder in der Gemeinde hoffentlich, wo die Leute sagen der oder die ist da von oben so total und autoritär Lässt nur sein Wort gelten und alles andere gilt nicht.

00:20:33: Also kann sein, dass es in Gefahr ist bestimmt aber ich weiß nicht ob so aufs das Problem noch so gut.

00:20:40: Ich finde eher die.

00:20:41: ich finde es gibt eine andere Seite wo man auch vom Pferd gewissermaßen runterfallen kann weniger wenn ich mein, dass ich die Wahrheit gepachtet habe was die auslängende Bibel angeht sondern wenn ich meine dass ich genau weiß wie es den Menschen denn geht, die wir zuhören.

00:20:57: Also wenn ich sage, wir alle wissen doch das und wir fühlen uns.

00:21:02: Wir glauben!

00:21:02: Und da erwische ich mich eher darin dass ich mein der Experte auch für das Leben der Menschen zu sein und was auf sie wirkt.

00:21:10: Ich glaube also da kann man mindestens genauso auf die Schnauze fallen.

00:21:17: Ja tatsächlich war das auch ein Learning was sich irgendwann hatte nämlich Ich wirklich auch gerne und vielleicht auch mal einmal zu viel anzeige, dass ich jetzt entweder ganz klar aus meiner Perspektive spreche.

00:21:35: Also das ich diese Dinge so erzähle wie ich sie sage oder denke und dass sich auf der anderen Seite aber auch anzeigen wenn ich ja sowas wie eine Vermutung oder sowas habe.

00:21:54: also Uns geht's doch allen so und so.

00:21:59: Ich kann ja schon eine Vermutung äußern, aber dann versuche ich auch das zu markieren.

00:22:08: Genau!

00:22:10: Ich vermute mal... Und ich glaube es ist eins gewesen was vielfach bei vielen Zuhörern von Predigten wirklich auch negativ.

00:22:21: und es geht mir auch heute so, wenn ich Predigten höre.

00:22:25: Wenn mich im Denken kaum mehr irgendwie Luft gegeben wird innerlich zu widersprechen oder eine andere Abbiegung zu nehmen oder solche Sachen.

00:22:41: Ja

00:22:42: das finde ich auch.

00:22:43: Ich glaube zwar auch für das was mich am meisten stört also wenn mich eine Predigt ärgert dann wenn ich das Gefühl habe, nicht als evangelisch-christliches Erwachsenessubjekt wahrgenommen zu werden, dass eigene ethische politische Entscheidungen treffen kann.

00:23:00: Sondern wenn ich es gefühl hab, da wird mir wirklich von oben herab was vorgegeben und

00:23:04: vorgedacht.".

00:23:06: Genau!

00:23:06: Und jemand wie Ulf Poscher sagt, das ist inzwischen überall in der evangelischen Kirche die große Krankheit?

00:23:13: Und ich glaub', dass wir schon wieder ein Stück weit drüber ... wächst, denn wer meine?

00:23:20: Ich fand... Mir ging es auch eine Zeit lang so.

00:23:22: Das war in der Zeit in der Thema Klimaerhitzung noch mal stärker wahr.

00:23:29: und auch dieses Bewusstsein dass die Einzelne was tun kann und muss.

00:23:35: da hatte ich eine Predigt wo also jetzt überspitzt gesagt wird zum aufgefordert worden keine Plastiktüten mehr zu benutzen.

00:23:44: Und da hört's bei mir auf!

00:23:45: Also da werde ich echt zauber.

00:23:47: Da denke Also, ich kann doch meine eigenen Schlüsse ziehen und ich brauche dazu nicht in Gottesdienst zu gehen um mir Verhaltensanweisungen für mein tägliches Leben in der Hinsicht zu holen.

00:24:02: Diese Konkrettheit und dieser moralische Appell, das regne ich mich auch furchtbar auf.

00:24:09: Deshalb kann ich es bei Ulf Posch hat nachvollziehen also wirklich diese... Ich mein aber dass so ein E-Signis war in meinen Reisen, mit dem ich das diskutiere.

00:24:19: Das auch schon so lange diskutiert war dass sich zumindest hofft, dass es eigentlich seltener der Fall ist würde ich so

00:24:28: ein.

00:24:28: Also ich würde ja sagen... Ich habe das noch nie gemacht also aber vielleicht hab' ich da auch einen blinden Fleck?

00:24:36: Ich weiß es nicht!

00:24:37: Ich bin grundsätzlich sowieso eher leturgisch als ethisch unterwegs.

00:24:42: insofern manchmal denke Vielleicht müsste ich eigentlich doch nochmal genauer sein in manchen Sachen.

00:24:52: Ja, das ist ja immer wieder auch finde ich eine Gradwanderung.

00:25:02: Ich habe manchmal das Gefühl bei mir die Fahrt zu gesetzlich zu werden also auch zu fordern diesen... Martin Luther hat es ja ganz schön so sag ich mal rausgearbeitet, dass uns Gottes Wort immer als Gesetz und Evangelium als zuspruchender Anspruch irgendwo ergeht.

00:25:21: Und das versuche ich auch in der Predigt mir so anzuschauen.

00:25:24: also was ist das?

00:25:26: Was mich herauswortet, was auch ein Anspruch an mich als Hörerin, als höhere Formid, was ist der Zuspruch, dass das in einem guten Verhältnis zueinander steht, irgendwo da ist.

00:25:39: Das finde ich für mich ein wichtiges Kriterium, dass der Gesetz und Evangelium sich beides widerspiegelt.

00:25:48: Ich habe noch mal überlegt was ich gut finde an einer Predigt?

00:25:55: Wenn ich eine Predigt gut finde... Und tatsächlich ist es ja leidig auch manchmal Da drunter einfach, ich bin ja gar nicht mehr so häufig bei irgendwelchen anderen Kolleginnen und Kollegen.

00:26:09: Wenn du selber die ganze Zeit auf der Kanzel schliegst?

00:26:11: Es steht dir selber die ganzen Zeit auf den Kanzeln, je weniger Kolleginnen und kollegen wir sind, desto mehr muss man da eben das auch aushalten.

00:26:19: Aber was ich wirklich sehr schätze, sind verständliche Predigten also... Das ist natürlich wenn das Thema der Predigt kompliziert ist sozusagen, dann wird es natürlich so anstrengend.

00:26:40: Ich finde aber auch immer gut wenn jemand gewissermaßen auch Gedanken durchzieht und bei denen bleibt und dass ich dann auch dabei bleiben kann.

00:26:54: Und das ist jetzt mal nur ein formales Kriterium anders als andere.

00:27:03: oder wenn jemand sehr theologisch prädigt, dann komme ich damit und andere wahrscheinlich nicht.

00:27:08: Das ist eben so.

00:27:10: aber das ist wirklich was!

00:27:12: Wenn ich eine Predigt verstehe, wenn ich von einer Predigt auch die Idee habe okay der hat jetzt nicht halt irgendwie er oder sie hat jetzt nichts darauf los gepredigt sondern dass es auch in einem großen Zusammenhang mit diesem Gottesdienst zu verstehen.

00:27:30: Dann ist das finde ich eine sehr schöne und wohltuende Art.

00:27:37: Und auch eine schöne evangelische Art, finde ich sich mit einem Predigtext auseinanderzusetzen der jetzt nicht dann eine hochtheologische Exegese zum Beispiel ist.

00:27:50: Ja, man muss grundsätzlich sagen... woanders bin, viele gute Predigten.

00:27:58: Also ich finde dieses gibt ja auch manchmal so die Kollegen und Kollegen, die so sinngemäß sagen das eigentlich überall alles schlecht ist und dass nicht... Ich habe erst so kurz wieder... Das hat mich auch geärgert!

00:28:10: Da kam ein Artikel in der Welt am Sonntag über Kirchen im Osten mit tollen Beispielen von Arbeit vor Ort wie hier.

00:28:19: da kam auch Josef Skylhufe Und dann kam auch ein Fahrer, der im Grunde sagt ja sei logisch dass die Kirchen eine Krisen sind wird er überall noch schlecht gepredigt.

00:28:29: Da dachte ich das ist zum einen so vorbei an allen Wissenschaftlern Kenntnissen zudem so eine Kollegen Schelte von einem Ruhestandsfahrer das echt was wir brauchen?

00:28:42: Der Hinschirm sagt es predig halt keinen mehr gescheit.

00:28:44: Ich glaube das ist nicht der Fall ist.

00:28:46: wahrscheinlich hat man schon immer das Gefühl gehabt dass irgendwie in einer Krise da Predig Kultur ist.

00:28:51: Ich glaube, dass es nicht stimmt.

00:28:53: Ich höre viele gute, sehr gute Predigten, die mich ansprechen, die sich herausfahren, weil ich denke, das will ich aber auch können und ich gehe mit einer positiven Einstellung hin und sage mir... Ich will nicht derjenige sein, der von vornherein in den Stimmungen geht und sagt die Predigt war eh nichts.

00:29:12: Sondern sagen hey was sind die ein zwei Gedanken?

00:29:15: Das Bild der Satz die mich erbauen die für mich die mich anregen.

00:29:20: ich finde das macht schon auch etwas außen.

00:29:22: das erlebe ich dann auch und du hast vorhin noch ich glaube ich hatte es nicht richtig so beantwortet zum Beispiele für gute Gute Predigten also wenig Außergewöhnlich ergut findet es inzwischen im Ruhestand die Prälatin Gabriela Wulz, die sehr prägnante auch auf kurze Predigten, die ganz klar sind mit verständlichen Sätzen.

00:29:46: Die nicht hochtrabend daherkommen doch klug unheimlich klug und weise sind, auch mutig sind.

00:29:54: Das finde ich ganz beeindruckend, weil es eben nicht diesen Duktus hat von dass es hochwissenschaftlich rüber kommt aber doch klug ist.

00:30:03: Wenig auch sehr mag Ich habe inzwischen schon länger keine Predigt mehr gelesen Aber gerade im Anfang war das für mich wichtig die Predigten von Christoph Dinkel Früher an der Christuskirchen Stuttgart Inzwischen, ich meine Johannes Kirche da am Feuersee Der hat seine Kredite nämlich ja schon ziemlich früh immer auch online gestellt, also jede Predigt.

00:30:22: Und die waren immer ähnlich strukturiert und ich fand es sehr angenehm, Duktus zu lesen und oft mit Beispielen aus der Kulturgeschichte mit einem weiten Horizont.

00:30:35: das habe ich wirklich sehr gemacht.

00:30:37: Zu der Veröffentlichung von Predigten, das wollte ich vorhin noch erzählen zu dem wie man Predigten schreibt.

00:30:43: Bei uns werden am Münster immer Freitags die Predigten ausgelegt in der Kirche also für den kommenden Sonntag und das heißt man hat dann stellen wir dir auch online dass heißt ich habe diesen Druck die freitags fertig zu haben sondern das finde ich unglaublich gut für mich weil ich ja wenn ich dann eben da ist es dann auch Druck aber das muss eben freitag schon fertig sein dann weiß ich der Gottesdienst.

00:31:06: Ich finde diese Veröffentlichung oder dieses öffentliche Auslegen des Wortes auch wichtig, weil es uns zur Rechenschaft zwingt gegenüber nicht nur der Gemeinde sondern auch gegenüber der Öffentlichkeit.

00:31:19: Also dass die Leute wissen können was bei uns gedacht erzählt gepredigt und geklaubt wird.

00:31:28: also das finde ich von den Volkskirchen Wichtig und deshalb ist mir diese Predig-Kultur auch so wichtig, dass eben nicht unter den Teppich zu kehren.

00:31:37: Und irgendwie als eines unter vielen zu behandeln, sondern nee das ist ein Identitätsmerkmal der evangelischen Kirche.

00:31:47: Wenn vielleicht auch das Predigen schwieriger wird aus den unterschiedlichen Gründen wir dürfen uns nicht aufgeben da einen Anspruch an uns selbst an die Höhrenden zu haben.

00:31:58: Ja also kleiner Werbeblock, wer meine Predigten hören will.

00:32:05: Ich nehme sie immer wieder auf und veröffentliche sie dann auf Fahrrahmen Markus Eckhardt.

00:32:12: Das ist ein Spotify-Kanal.

00:32:14: den habe ich jetzt nicht großartig geöffnet noch für andere.

00:32:17: aber da kann man das auch hören oder auf unsere Homepage in Schmieden Öffingen.

00:32:24: Da werden die dann auch veröffentlicht allerdings nach dem Gottesdienst weil wir haben ja gehört Vorher geht nicht.

00:32:37: Lieber Julian, wir sind auch schon wieder eine ganze Weile hier miteinander unterwegs und die halbe Stunde ist schon wieder mehr als rum.

00:32:46: Ja ich glaube mit der Predigt sind wir zum Glück noch gar nicht fertig weil sonst wäre unser Beruf irgendwie dann zu Ende.

00:32:57: Ich glaube auch das die Predigt nicht nur ihre Berechtigung hat, sondern dass sie auch nötig und notwendig ist.

00:33:04: Wir... Ja nach dem... Nach der Predigt ist...

00:33:11: Vom Predigtlied!

00:33:12: Vom predigtlied?

00:33:13: Ah vom Predigtlied und den Fürbitten vielleicht.

00:33:16: das dann als nächstes in der nächsten Folge hier bei Evangelisch geht ja noch.

00:33:24: Freu mich sehr, dass ihr Oder wir freuen uns, dass ihr wieder eingeschaltet habt.

00:33:30: Lasst uns gerne eine Glocke da oder ein Stern oder mehrere Sterne am besten und reagiert auch auf die Folge!

00:33:39: Vielen Dank auch für die vergangenen Reaktionen Und dann wünschen wir euch einfach viel Spaß beim Gottesdienst gehen.

00:33:49: den haben wir nämlich auch.

00:33:53: Ja Alles Gute euch.

00:33:55: Schafft's gut, danke dir Markus!

00:33:58: Ciao.

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